Kärnten-Premiere: Erster Jugenddialog startet

Was bewegt Kärntens Jugend? Was sind IHRE Themen, Sorgen, Meinungen und Lösungen? All das thematisiert Kärntens erster Jugenddialog, der am Dienstag, 24. November, im kärnten.museum stattfinden wird. In diesem Rahmen tauschen sich 100 Kärntner Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren mit dem gesamten Regierungskollegium rund um gesellschaftliche und politische Fragen und mehr Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung im Bundesland aus. Am Mittwoch präsentierten Landeshauptmann Daniel Fellner, Bildungsreferent und Initiator des Jugenddialoges, Peter Reichmann sowie Silvia Vrzak vom Netzwerk „Offene Jugendarbeit“ verantwortlich für die Planung und Umsetzung des Kärntner Jugenddialogs, erste Details.

Demokratie stärken

Die Bedeutung von Mitbestimmung durch Jugendliche stellte LH Fellner voran:

„Es braucht keine Politikerinnen und Politiker, die den Jugendlichen die Welt erklären, sondern die IHRE Welt verstehen.“

Für den Landeshauptmann ist daher klar:

„Wir müssen uns intensiv mit unseren Jugendlichen auseinandersetzen und uns ihren kritischen Fragen der Gegenwart für ihre eigene Zukunft stellen. Daher starten wir den ersten Kärntner Jugenddialog – und das mit allen sieben Regierungsmitgliedern.“

Dieses Mit-Reden, Mit-Bestimmen, Mit-Gestalten sei laut Fellner ein großartiges Zeichen einer gelebten Demokratie. In diesem Zusammenhang machte er darauf aufmerksam, dass nur 6,6 Prozent der Weltbevölkerung in vollständig liberalen Demokratien leben.

„Und leider verändern sich die Verhältnisse weiter zum Negativen“,

so der Landeshauptmann. Umso wichtiger sei es, demokratische Prozesse zu stärken. Laut LH Fellner nehme Kärnten darin schon lange eine Vorreiterrolle ein: „Wir sind das einzige Bundesland, in dem ein SchülerInnenparlament regelmäßig im Landtag abgehalten wird. Dieses ist sogar in der Verfassung verankert.“ Der neu eingeführte Jugenddialog gehe nun noch einen großen Schritt weiter:

„Wir möchten dieses Mal zusätzlich jene Jugendlichen erreichen, die bisher noch nicht die Möglichkeit hatten, uns zu sagen, was sie in Kärnten verändern möchten“,

erklärte der Landeshauptmann.

„Wir möchten quer durchs Land, quer durch Bildungsschichten, quer durch Altersgruppen junge Menschen zu diesem Dialog einladen.“

Das Prozedere des Jugenddialogs erläuterte Initiator und Bildungslandesrat Peter Reichmann und hob auch die große Bedeutung von Mitbestimmung für Jugendliche hervor:

„Jugendliche sind Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt. Deshalb wollen wir nicht nur über ihre Anliegen sprechen, sondern gemeinsam mit ihnen Lösungen entwickeln.“

Ausgangspunkt

Zwischen der Präsentation der Studienergebnisse und dem Jugenddialog liegen laut Reichmann nicht einmal fünf Monate. Basis des Jugenddialogs ist die Ende Juni präsentierte AK-Jugendstudie. Unter dem Motto „Sag uns, was geht“ wurden rund 1.900 junge Kärntnerinnen und Kärntner zwischen 14 und 25 Jahren befragt.
Reichmann gehe es vor allem darum, dass die Studie und die Ergebnisse nicht einfach nur zur Kenntnis genommen werden, sondern zum Ausgangspunkt für konkretes politisches Handeln werde:

„Wir nehmen die Studienergebnisse und arbeiten mit 100 Jugendlichen genau daran weiter.“

In unterschiedlichen Räumen und Gruppen sollen am 24. November 2026 im kärnten.museum Themen nicht nur besprochen, sondern konkrete Veränderungsvorschläge erarbeitet werden. Themen sind u.a. Schule, Jobchancen, Mobilität und leistbares Wohnen, Freizeitangebote, physische Gesundheit die Stärkung des Zusammenhalts. Im Laufe des Tages treffen die Jugendlichen auf alle sieben Regierungsmitglieder und präsentieren ihnen ihre Vorschläge.

„Damit ist klar, dass die Ergebnisse nicht nur für mich als Bildungs, Kinder- und Jugendhilfe sowie Generationenreferenten wichtig sind“,

so Reichmann.

Aktionsplan

Aus dem Austausch solle laut Reichmann ein Aktionsplan mit einem praxisnahen Arbeitsprogramm entstehen. Wichtig dabei, dass die Vorschläge konkret, finanziell und realistisch umsetzbar seien, so Reichmann. Er will sich daher mit dem Aktionsplan auch im Anschluss an den Jugenddialog an alle Regierungskolleginnen und -kollegen wenden.

„Denn diesmal soll nicht nur geredet werden – diesmal soll sich wirklich etwas verändern!“,

betonte er.
Die Bewerbungen dafür sind online unter https://www.jugend.ktn.gv.at ab sofort möglich.
Abschließend bedankten sich LH Fellner und LR Reichmann bei Silvia Vrzak, Leiterin Netzwerk Offene Jugendarbeit, die das Vorhaben mit ihrem Team von der Planung bis zur Umsetzung unterstützt hat. Vrzak freute sich über die Wertschätzung seitens der Kärntner Politik, nehmen doch alle sieben Regierungsmitglieder am ersten Kärntner Jugenddialog teil. In Workshops und digitalen Formaten werden die Jugendliche ihre Ideen und Vorhaben gemeinsam mit Expertinnen und Experten erarbeiten.

„Beteiligung und Selbstwirksamkeit ist ein Kernstück offener Jugendarbeit. Der erste Jugenddialog bietet Jugendlichen Raum gehört zu werden und mit Politikern ins Gespräch zu kommen“,

so Silvia Vrzak.
Informationen zum ersten Jugenddialog in Kärnten:
  • Der erste Kärntner Jugenddialog findet am Dienstag, 24. November 2026 im kärnten.museum statt.
  • 100 Jugendliche diskutieren Themen rund um Schule, Jobchancen, Mobilität und leistbares Wohnen, physische Gesundheit sowie stärkeren Zusammenhalt, und präsentieren ihre Ergebnisse allen sieben Regierungsmitgliedern.
  • Die Teilnehmerzahl ist auf 100 Jugendliche beschränkt. Eine Anmeldung ist noch keine Zusage, denn: Aus allen Anmeldungen soll eine möglichst repräsentative Zusammensetzung erstellt werden. Es zählen u.a.: Alter, Bildungs- und Ausbildungswege, Wohnort.